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Bisher berichteten wir ausschließlich über Vorfälle, die die
Stadtverwaltung und die Förstereien zu verantworten haben.
Hennig Brandes (CDU), Bauausschuss-Vorsitzender des Rates und MdL hatte dies in
der BZ vom 10.3.2004
sehr richtig bemerkt.
Jetzt wird ein erster gravierender Fall bekannt, bei dem ein Bürger
unserer Stadt den Auftrag für eine illegale Baumfällung erteilt
hat. Die BZ vom 17.3.2004
berichtet.
Wir beobachten, dass der Wegfall der Baumschutzsatzung sowie der Umgang der
Stadtverwaltung mit unserer Natur die Hemmschwelle weiter herabsetzt als
jemals gedacht.
Hennig Brandes (CDU) beschreibt auf seiner Homepage,
wie er und seine Fraktion sich eine konsequente Umweltpolitik
vorstellen.
Wir lesen dort u.a.: "...ist auch beim Biotopschutz zu
erwarten, dass Grundeigentümer aus Angst vor staatlichen Regelungen und
Einschränkung ihres Eigentums Biotope gar nicht erst entstehen lassen. So
wird genau das Gegenteil von Biotopschutz erreicht, zumal „schwarze
Schafe“ sich ohnehin über solche, mit vertretbarem Aufwand nicht
kontrollierbaren, staatlichen Regelungen hinwegsetzen."
Dass die "schwarzen Schafe" im Stadtrat und in der
Stadtverwaltung sitzen, scheint uns eher wahrscheinlich. Dass Biotope dann
gar nicht erst entstehen (was wir bezweifeln), ist mehr als spekulativ und
als ein Hauptargument gegen die Baumschutzsatzung daher unbrauchbar. Konsequent sind in
der Tat die Maßnahmen des Stadtgrünflächenamtes, wie es unsere Homepage
nachweist.
Dass mit Hilfe von Propheterie Meinung gemacht werden kann, ist
traurig genug. Dass sogenannte Umweltexperten sich nicht einsetzen wie es
der Name erwarten ließe, ist ein Skandal.
Wie die BZ vom 17.3.2004
berichtet, fiel die städtische Baumschule jetzt konsequent den Sparmaßnahmen zum
Opfer. Stolz scheint Herr Günther vom Grünflächenamt zu sein, dass er
zum allgemeinen Sparen beitragen konnte. In Zukunft müssen Straßenbäume
teuer eingekauft werden. Wir dürfen sicher sein, dass an Stellen, wie der
Husarenstraße, in Zukunft keine Baumschönheiten mehr angepflanzt werden,
sondern Bäume, die schon beim Ankauf billig sind und nachher kaum der
Pflege bedürfen.
Lebensqualität
wird weggespart.
Es ist nicht nur die Umwelt, die
leidet. Traurig blicken die Anwohnerinnen und Anwohner der Husarenstraße
auf die Bäumstümpfe. Sie haben ihre Bäume geliebt und sich an den
Vögeln und wunderschönen roten Blüten erfreut. Gehbehinderte Personen
freuten sich, beim Blick aus dem Fenster den Frühling sehen und hören zu
können. Die Besonderheit der Straße ist dahin, der Wohnwert der Häuser
ist geschmälert. Warum ist dies alles dem Grünflächenamt unter Herrn
Günther egal? Was sollen unsere Kinder davon lernen?
In unseren Wäldern werden zunehmend die dicksten Bäume gefällt, Bäume,
die durch ihre Größe sensiblen Menschen Respekt einflößen,
offensichtlich aber nicht aber den Förstern und den Bauern, denen der
Wald vererbt wurde. Dicke Bäume erzählen Geschichten, viele Menschen
haben einen Baum, den sie "den Ihren" nennen. Plötzlich bei
Nacht und Nebel verschwindet ihre Quelle der Inspiration, der Ort ihrer
Regeneration. Zurück bleiben Trauer, Wut und das Gefühl der Ohnmacht,
das in einer Demokratie eigentlich keinen Platz haben sollte.
Besitz bedeutet auch Verantwortung. Gerade die Wälder, die uns der
Erholung dienen, bedürfen einem besonderen Schutz, der wirtschaftliche
Interessen hinten anstellen muss. Die letzten Orte, wo Natur noch Natur
sein darf, die Landschaftsschutzgebiete, müssen konsequent erhalten
werden!
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