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Der Platanenhügel am Ritterbrunnen verschwindet komplett. 
Protokoll eines Skandals.

Im Rahmen der Errichtung des "Schloss-Carrees" (Ärztehaus und Geschäfte) stehen schon wieder 2 alte, das Stadtbild prägende Bäume auf der Abschussliste. Die beiden großen Platanen am "Alex" gegenüber des ehemaligen Schlossparks werden gefällt und dies gegen den erst 2002 aufgestellten Bebauungsplan! Damit soll der letzte Rest des Schlossparks den Interessen eines einzelnen Investors geopfert werden.

Bebauungspläne sind in Braunschweig nur noch eine Farce. Stören sie, werden sie kurzerhand außer Kraft gesetzt. In der letzten Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses am 1.Februar 2006 wurde mit den Stimmen der CDU und der SPD beschlossen, nicht nur die Bäume zu fällen, sondern gleich den gesamten Hügel abzutragen. Gegen die Bebauung können nur AnwohnerInnen klagen, die in der Nähe Wohneigentum haben. 

Alte Vorlage zum Bebauungsplan
> Planungsbeschluss

> mehr auf www.unser-braunschweig.de

Gabriele Uhlmann hat in der Ratssitzung vom 20.12.2005 eine > Einwohneranfrage gestellt. 

Die Grünen haben uns am 17.01.2006 mit ihrer Presseerklärung > Informationen geliefert.

Am 1.2.2006 stand im Planungs- und Umweltausschuss die "Aufhebungssatzung "Ritterbrunnen-West", IN 225 Stadtgebiet zwischen Steinweg, Ritterbrunnen und Bohlweg, Planungsbeschluss" auf der Tagesordnung. Hinter diesem Ungetüm verbirgt sich der Antrag, dem Schloss-Carree freie Bahn zu schaffen. In einem kurzem Statement behauptete Stadtbaurates Zwafelink, die Platanen seien nach dem Gutachten 150 Jahre alt und hätten nur noch eine Lebenserwartung von 15-20 Jahren, weil sich ein Pilz eingenistet hätte. Diese Daten erfuhr Gabriele Uhlmann auch in einem Telefonat mit dem Architekten Hartmut Rüdiger. Einsicht in das Gutachten hatten die abstimmenden Ausschuss-Mitglieder mehrheitlich nicht. Nach einer engagierten Gegenrede des Grünen-Ratsmitglieds Dr. Goedeke wurde die Aufhebungssatzung mit den Stimmen der SPD (Ratsherr Dobberphul, Ratsfrau Wittig) mehrheitlich beschlossen. In der anschließenden Bürgerfragestunde stellte ein Anwohner die Frage, was an der Aussage eines Anwohners dran sei, dass der Platanenhügel 1970 von einer alten Dame an die Stadt Braunschweig verschenkt wurde mit der Auflage verbunden, die Platanen zu erhalten. Der Stadtbaurat schüttelte mit dem Kopf und behauptete, das stimme nicht, der Hügel sei vom Land Niedersachsen an Braunschweig verschenkt worden.

Wir haben mit dem betreffenden Anwohner telefoniert und er versicherte uns, dass er Zeuge eines Gespräches zwischen seiner Mutter und deren Freundin war, die beide über dem ehemaligen Café Tolle (heute Alex) wohnten, in dessen Verlauf diese davon berichtete. Wir gehen der Sache seitdem nach, die Grüne Ratsfraktion hilft uns dabei. Sie versuchen  jedoch seit Wochen vergeblich, Auskunft aus dem Grundbuchamt zu bekommen, obwohl sie auskunftsberechtigt sind.

Am 3. März 2006 fand im Sitzungssaal des Rathauses die öffentliche Anhörung statt. Die BI Baumschutz war durch mehrere Mitglieder vertreten und hat sich vehement gegen die Vernichtung des Platanenhügels ausgesprochen. Im Verlauf der Veranstaltung war zu erfahren, dass kein neuer Bebauungsplan aufgestellt wird, weil es dadurch zu einer vielmonatigen Verzögerung käme, die dem Investor nicht zuzumuten sei. Wieder einmal also wird Investoreninteresse über das Interesse der BürgerInnen und vor allem der Bäume gestellt. Desweiteren wurde vom Architekten mündlich versprochen, dass nicht vor Mitte Juli mit den Arbeiten begonnen würde. Wir werden sehen. Im Protokoll der Veranstaltung steht nichts von diesem Versprechen...

Am 14. März endlich bekommen wir Einsicht in das Baum-Gutachten und trauen unseren Augen nicht. Dort steht, dass die Bäume 200 Jahre alt sind und der eine Baum sogar eine Lebenserwartung von mindestens 15-20 Jahren hat. Ausdrücklich sogar wird im Gutachten empfohlen, die Platanen zu erhalten.

(Aus urheberrechtlichen Gründen können wir das Gutachten hier nicht veröffentlichen, auf Wunsch können wir es aber zugänglich machen. Wie Sie sicher wissen, hat die Stadt Braunschweig begonnen, gegen Bürgerinitiativen juristisch vorzugehen.)

Am gleichen Tag findet die Sitzung des Bezirksrates Innenstadt statt. Wir schaffen es noch rechtzeitig, den Bezirksrat Jürgen Johannes (SPD) zu informieren. Bei der Abstimmung wird die Zerstörung des Platanenhügels mehrheitlich abgelehnt!

Vor der nächsten Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses am 15. März hat Gabriele Uhlmann mit der Ausschussvorsitzenden Isolde Saalmann (SPD, MDL) telefoniert. Zuvor haben wir ihr das Gutachten zu lesen gegeben. (Sie war leider bei der letzten Sitzung erkrankt und konnte somit keinen unmittelbaren Einfluss auf das Geschehen nehmen.) Frau Saalmann zeigte sich empört über das Verhalten des Stadtbaurates:  "Ich fühle mich hinter die Platane geführt". Man habe ihr verschwiegen, dass es sich bei dem Hügel um das letzte verbliebene Rudiment des Schlossparks handele. So lesen wir es jedenfalls in der Tagespresse.
Die SPD hat sich bei der nachfolgenden Abstimmung der Stimme enthalten.

Im Juli steht der Platanenhügel noch einmal im Rat der Stadt auf der Tagesordnung. Bis dahin bleibt uns hoffentlich genug Zeit, Leserbriefe zu schreiben, Gespräche zu führen, zu recherchieren und mit Aktionen in der Braunschweiger Innenstadt auf die skandalösen Vorgänge aufmerksam zu machen.

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Nachruf: Es hat nichts geholfen: Am 26.02.2007 wurden die Platanen auf Anordnung von Dr. Gott (Investor) gefällt. Der Hügel wird eingeebnet.

Ärztehäuser und Geschäfte haben wir mehr als genug, der Platanenhügel war einmalig!